Ecolar-Haus

Solar Decathlon Europe

Beim internationalen Studentenwettbewerb „Solar Decathlon Europe 2012“, der im September 2012 in Madrid stattfand, unterstützte die Lapp Gruppe gleich zwei Teams, und beide schnitten hervorragend ab. Die Mannschaft von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz erreichte mit ihrem „Ecolar Home“ den vierten Platz, das ungarische „Odooproject“ belegte Platz sechs in der Gesamtwertung.

Freude über die erreichte Platzierung

Freude über die erreichte Platzierung

An den Projekten der beiden Hochschulen tüftelten Studenten aus allen Fakultäten. Ziel war es, ein Haus der Zukunft zu bauen, das möglichst nachhaltig und energieeffizient ist. Und das haben beide Teams eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der Einzeldisziplin „Industrialization & Market Viability“ belegte das Konstanzer Team Ecolar den ersten Platz, in „Engineering & Contruction“ feierten die beiden Teams, die auf Kabel von Lapp setzten, mit Platz eins und zwei sogar einen Doppelsieg.

 

Zwei Jahre lang hatten die Studenten an ihren Häusern getüftelt und gebaut. Schließlich entstanden Gebäude, die dank intelligenter Energiekonzepte dem Standard eines Nullenergiehauses entsprechen. Besonders intensiv war die Zusammenarbeit für das Haus des Konstanzer Teams. Vom Wohnraum bis zum Dach stammte die komplette Verkabelung  von Lapp: ÖLFLEX® SOLAR Leitungen für die Photovoltaikanlage, ÖLFLEX® Steuerleitungen für die Elektrik im Haus,  UNITRONIC® Datenleitungen für die komplexe Steuerung der Lüftung und anderer intelligenter Systeme. „In Zeiten drastisch steigernder Energiekosten wird der Ruf nach nachhaltigen Systemen immer lauter. Das Konstanzer Ecolar Team hat mit vielen pfiffigen Ideen gezeigt, wie energieeffizientes Bauen der Zukunft aussehen kann. Wir sind stolz darauf, dass wir dabei die jungen Häuslebauer mit unseren Markenprodukten unterstützen konnten“, erklärt Reinhard Probst, Program Manager Renewable Energy bei der U.I. Lapp GmbH.

Das Ecolar-Haus

Das Ecolar-Haus

Konkret besteht das 70 Quadratmeter große, einstöckige Holzhaus des Teams Ecolar  aus sechs Modulen, wovon vier als Innenräume und zwei als Freibereiche konzipiert wurden. Alle Module können je nach Bedarf verändert werden, ebenso die Inneneinrichtung. So sind in einem „Superschrank“ alle Möbel (Esstisch, Stühle, Bett), die Nasszelle, die Küche und die Technik untergebracht und können jederzeit „ausgefahren“ oder aufgeklappt werden. Das Dach ist das Kraftwerk des Hauses, denn die komplette Fläche ist mit Dünnschicht-Photovoltaikmodulen bestückt. Auch über den Freibereichen und an Teilen der Seitenwände sind Solarzellen eingesetzt. Die Verkabelung erfolgt über die besonders robusten strahlenvernetzten ÖLFLEX® SOLAR XLR Leitungen von Lapp. Um den Energieverbrauch des Gebäudes so gering wie möglich zu halten, erfolgt die Klimatisierung passiv. So regulieren spezielle Fassadenelemente und angereicherte Lehmplatten an der Decke die Wärme und Luftfeuchtigkeit. Dabei kommt auch sogenanntes PCM oder „Phase Change Material“ zum Einsatz: Das ist ein Material, das beim Wechsel zwischen festem und flüssigem Aggregatzustand Wärme aufnimmt oder abgibt - im Falle des Ecolar Home läuft dieser Prozess bei rund 23 Grad ab. Aus dem Alltag sind solche Materialien vor allem von Taschenwärmern bekannt, die im Winter kalte Finger wärmen. Ein weiteres innovatives Highlight offenbart sich im Bad: Es liegt im Inneren des Hauses und hat keine Fenster – und dennoch ist es ein Tageslichtbad. Möglich macht das der Tageslichtkollektor: Der Kollektor im Außenbereich wird permanent der Sonne nachgeführt, fängt das Sonnenlicht ein und leitet es über sechs Glasfaserkabel ins Bad, wo es aus Lichtpunkten in der Decke strahlt. Und über die elektronische Steuerung kann man sogar von unterwegs per Smartphone rechtzeitig für Behaglichkeit im Haus sorgen. Kurzum: Das ganze Haus steckt voller intelligenter Ideen, die Verbindungslösungen dazu stammen von Lapp. Im Einzelnen:

Stefan Metzger, damals Student an der HTWG

Stefan Metzger, damals Student an der HTWG

  • Halogenfreie ÖLFLEX® CLASSIC 120 H Leitungen wurden für die Verkabelung aller Steckdosen sowie der Haushaltsgeräte (Backofen, Herd, Abzugshaube, Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner) montiert. Sie sind mit dem zentralen Schaltschrank verbunden. Diese Leitungen sind flammwidrig und verhindern die gefährliche Flammausbreitung an einem Kabel. Auch die Verschattung mittels Jalousien wird mit diesen Leitungen gesteuert.
  • Für die Anbindung aller KNX-Produkte (Aktoren und Sensoren) wurde  UNITRONIC® BUS EIB H verwendet. Dies sind spezielle Leitungen für das Bussystem EIB (Europäischer Installationsbus) zur dezentralen Steuerung zum Beispiel von Beleuchtung, Fußbodenheizung, Klima, Jalousie etc. EIB besteht aus Sensoren (Befehlsgeber) z. B. für Schalter, Thermostate und Zeitschaltuhren sowie Aktoren für Motoren, Heizung, Lampen und Jalousien. Die Übertragung der Sensorwerte übernehmen gut abgeschirmte, paarverseilte UNITRONIC® LiYCY (TP) Datenleitungen. Damit können Befehle über Handy oder Internet gegeben werden, ohne dass jemand im Haus ist.
  • UNITRONIC® BUS EIB H Leitungen wurden auch für die Anbindung der Temperaturfühler im Hydrauliksystem und die Datenverbindung installiert. Damit werden die komplette Fußbodenheizung und die Kühlung gesteuert. Die direkte Anbindung der Pumpen im Hydrauliksystem übernehmen halogenfreie NHXMH-Leitungen, die in der Wand verlegt sind. Im Brandfall würden diese Leitungen die Bildung von giftigen Dioxinen und Furanen stark reduzieren.
  • H07V-K Einzeladern wurden für die Verdrahtung innerhalb des Schaltschranks montiert, z. B. die Verbindung der einzelnen Sicherungen mit den Relais.
  • 24 Photovoltaikmodule auf dem Dach und über dem Freibereich sowie 6 Module an den Seiten sind mit den vernetzten ÖLFLEX® SOLAR XLR-Leitungen verbunden und garantieren die Energieversorgung des Hauses. Die Anbindung der Solaranlage an der Wechselstromseite (AC Seite) übernehmen ÖLFLEX® CLASSIC 130 H Leitungen.

Mittlerweile wurde das ECOLAR-Haus in Madrid abgebaut und auf dem Campus der HTWG Konstanz wieder aufgebaut. Dort soll es für zehn Jahre stehen bleiben und als Anschauungsbeispiel für die Hausbauer der Zukunft dienen.

Das Odoo-Haus der Uni Budapest

Das Odoo-Haus der Uni Budapest

Auch das ungarische Team der Budapester Universität für Wirtschaft und Technologie konnte sich über ihren sechsten Platz zu Recht freuen. Immerhin hatten insgesamt 20 Teams am europäischen Studentenwettbewerb teilgenommen. Ihr Gebäude war optisch dreigeteilt in eine südliche Sommerwand mit Abstellfläche und Photovoltaikmodulen, einen großzügigen Innenhof und einen Wohnbereich mit Glasfassade zum Innenhof und Photovoltaikmodule auf dem Dach. Für die Verkabelung sponserte Lapp Austria die benötigten Leitungen für die Gebäudeinstallation wie ÖLFLEX® CLASSIC 130 H und H07Z-K Einzeladern, aber auch die ÖLFLEX® SOLAR Leitungen für die Photovoltaikanlage.

 

Das Odoo-Haus kann auf dem Campus des Universitätsgeländes in Budapest besichtigt werden.